Wohnmobil-Navigation: Sie haben Ihr Ziel erreicht…

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Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kennt das Problem:

Die Navigation kann schnell zu einem kritischen und frustrierenden Thema werden. Die Hauptprobleme beim Navigieren mit dem Wohnmobil lassen sich meist auf Größe und Gewicht des Fahrzeugs zurückführen. Folgende Punkte gilt es zu berücksichtigen:

  • Höhenbeschränkungen: Die berüchtigte Brücke oder Unterführung, die nur 3,2 Meter Durchfahrtshöhe hat obwohl das eigene Gefährt 3,4 Meter hoch ist. Der Klassiker: Italienische Bahnunterführungen.
  • Gewichtsbeschränkungen: Straßen, die für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt sind, besonders auf älteren Landstraßen oder in engen französischen Ortskernen. Oft soll über eine solche Beschränkung der LKW-Durchfahrtsverkehr in bestimmten Gebieten reduziert werden.
  • Breiten- und Längenbeschränkungen: Engste Gassen, Haarnadelkurven, schmale Campingplatzzufahrten oder steile Kuppen bei denen man plötzlich quersteht oder hinten aufsitzt.

Das blosse Eingeben eines Ziels und blinde Befolgen der Anweisungen des Navis wird somit zum Überraschungspaket.

Auf der Suche nach der „perfekten“ Lösung haben wir mittlerweile fast alles ausprobiert, was der Markt hergibt:

  • Spezialisierte WoMo-Navis (zuerst ein IGO basiertes Navi, danach ein Garmin Camper 760): Wir haben in eigens für Wohnmobile konzipierte Navigationsgeräte investiert, bei denen man die Maße eingeben kann. Die Theorie war gut, die Praxis oft ernüchternd. Entweder werden Gewicht und Abmessungen überhaupt nicht berücksichtigt oder das Gerät schickte uns auf riesige Umwege. Der Klassiker in Frankreich…
  • Klassisches Auto-Navi (Garmin Nüvi): Diese Systeme sind zwar schnell, aktuell und bieten gute Verkehrsinformationen, sind aber blind für die spezifischen WoMo-Herausforderungen. Sie schicken einen zuverlässig durch die engste mittelalterliche Altstadt oder unter die niedrigste Unterführung, um zwei Minuten Fahrtzeit zu sparen.
  • Offline-Karten/Apps auf dem iPad (Sygic und TomTom App): Nützlich, wenn das Netz fehlt, aber oft mangelte es an einer intuitiven Routenführung oder sie boten ebenfalls keine Verkehrsinformationen, was uns manchmal auf direktem Weg in den Stau führte.

Weniger ist mehr: Apple Karten, das Smartphone und der gesunde Menschenverstand

Nach vielen Irrwegen und Diskussionen am Steuer sind wir schlussendlich bei einer überraschend einfachen, aber hochwirksamen Kombination gelandet, die sich für uns mittlerweile als die praktikabelste erwiesen hat:

  1. Apple Maps auf dem iPhone als primäres Navigationssystem: Es ist schnell, die Karten sind extrem aktuell, die Sprachansagen sind klar und die Routenberechnung stimmig. Auch Staus und Behinderungen werden fast auf dem Meter genau gezeigt. Uns ist dabei die direkte Anzeige auf dem Telefon ausreichend. Weiterer Vorteil: Die Adressen aus anderen Apps wie z.B. Park4Night oder CampingCarPark können direkt an die NaviApp übergeben werden. Somit spart man sich das erneute Eintippen.
  2. Der absolute Geheimtipp: Schilder lesen und gesunder Menschenverstand als oberster Offizier! Das ist der entscheidende Faktor, der über eine entspannte oder eine stressige Fahrt entscheidet. Wir nutzen die Route von Apple Karten als Vorschlag, nicht als Gesetz. Einfach auch mal einen Blick auf die Wegweiser und Verkehrstafeln werfen… Darüberhinaus entwickelt man mit der Zeit ein Gespür dafür in welche Strassen man hineinfährt und in welche besser nicht. Generell gilt: Schon beim Reinfahren ans Rausfahren denken.
  3. Zoom und Satellitenansicht: Vor allem bei der Annäherung an Campingplätze oder Stellplätze wird in die Satellitenansicht gewechselt, gerne dann auch parallel auf dem iPAD. So können schmale Wege, Wiesen oder ungünstige Wendemöglichkeiten rechtzeitig erkannt werden.

Parallel zur Apple Navigation lassen wir unser klassisches Garmin Camper Navi im Anzeigemodus ohne Ton mitlaufen. Das geschieht aber weniger zur Navigation als vielmehr aus dem Grund, dass das Gerät die gefahrene Strecke aufzeichnet. So haben wir nach einer Reise die GPS-Daten der kompletten Route zum Import nach Google Maps parat. Ein Tip: Vorher entscheiden welches Navi das führende sein soll wenn sich die Strecken unterscheiden. Das erspart die Hektik im Moment der Situation…

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